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Arbeitsgruppe Klinische Datenwissenschaft und Prozessinnovation in Gastroenterologie und Viszeralmedizin

Zentrale Interdisziplinäre Endoskopie (ZIE) · II. Medizinische Klinik · Universitätsmedizin Mannheim

Leitung: Prof. (apl.) Dr. med. Sebastian Belle

Kurzbeschreibung

Die Arbeitsgruppe untersucht klinische Prozesse und Datenstrukturen in Gastroenterologie, Hepatologie und Viszeralmedizin mit dem Ziel, Digitalisierung nicht als bloße Abbildung bestehender Abläufe zu verstehen, sondern als Anlass, Versorgungsprozesse grundlegend zu hinterfragen und neu zu gestalten. Im Zentrum steht die kritische Bewertung klinischer Realweltdaten – die Unterscheidung tatsächlicher patientenbezogener Information von administrativen Standardtextbausteinen – sowie die systematische Offenlegung von Fairness, Repräsentativität und Bias in Daten und Studienpopulationen. Methodisch werden dafür u. a. Verfahren des maschinellen Lernens eingesetzt; im Zentrum stehen jedoch das Prozess- und Datenverständnis sowie die Frage, wie digitale Transformation einen echten Mehrwert für Standardisierung und Patientenversorgung schafft. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Überwindung von Sektorengrenzen in der Patientenversorgung (AG Sektorenübergreifende Medizin, DGVS; Projekt AHEAD).

Laufende Projekte

Vermeidung von Komplikationen in der Endoskopie

Ziel ist es, den Nutzen komplexer, evidenzbasierter endoskopischer Verfahren zu maximieren und gleichzeitig Komplikationen zu reduzieren. Untersucht wird, welche Form der Unterstützung bei der Durchführung von Eingriffen erforderlich ist – neben technischen Aspekten des klinischen Alltags auch patientenbezogene Faktoren sowie individuelle und soziale Ressourcen.

Dokumentation und Bewertung von Komplikationen

Fokus ist die möglichst automatisierte Erfassung und strukturierte Auswertung von Komplikationen, um systematisch daraus zu lernen und Versorgungsprozesse zu verbessern. Erste Ergebnisse wurden in npj Digital Medicine publiziert.

AHEAD (Application-oriented Healthcare Development Environment)

AHEAD adressiert die anwendungsnahe Digitalisierung mit klarem patientenbezogenem Mehrwert. Unter medizinischer Leitung von Prof. Sebastian Belle wird untersucht, wie einzelne Digitalisierungsschritte im Gesundheitssystem sinnvoll verknüpft werden können. Eine zentrale klinische Fragestellung ist, welche Patientinnen und Patienten von einer stationären gegenüber einer ambulanten Durchführung endoskopischer Interventionen profitieren – die Entscheidungsfindung ist eng an die Patientensicherheit gekoppelt und berührt zugleich Aspekte der sektorenübergreifenden Versorgung. Gefördert vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg im Rahmen eines Konsortiums.

PRIMA – Biomarker zur Vorhersage des Progressionsrisikos beim Barrett-Ösophagus

Der Barrett-Ösophagus gilt als Vorläuferläsion des Ösophagus-Adenokarzinoms; die Risikostratifizierung ist bislang durch eingeschränkte histologische und molekulargenetische Biomarker limitiert. In Zusammenarbeit mit dem DKFZ und Karol Nowicki-Osuch werden Biomarker zur präziseren Vorhersage des Progressionsrisikos entwickelt, um Hochrisikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu identifizieren und gleichzeitig unnötige Belastung bei Personen mit niedrigem Risiko zu vermeiden.

Co-Creation-Partnerschaft mit Olympus Europe – OlySense

Die Arbeitsgruppe ist Co-Creation-Partnerin von Olympus Europe im Rahmen der OlySense. Ziel der Zusammenarbeit ist es, klinische und datenwissenschaftliche Expertise der Arbeitsgruppe in die Entwicklung einer verbesserten, automatisierten und klinisch relevanten Befunddokumentation einzubringen.

Partner und Förderer

Das TEDIAS- und AHEAD-Konsortium schafft gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern ein Framework für die Entwicklung und Validierung von Digitalisierungslösungen in einem integrierten Setting – mit einem interdisziplinären Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren. Ergänzend besteht eine Co-Creation-Partnerschaft mit Olympus Europe (OlySense World) zur Weiterentwicklung automatisierter Befunddokumentation.

Kontextspalte

Ansprechpartner

Doktor- und Masterarbeiten

Bei Interesse für eine Master- oder Doktorarbeit wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. med. Sebastian Belle.

Wir bieten auch Forschungsarbeiten im Rahmen des Leistungsnachweises Wissenschaftliches Arbeiten für die Studenten des MaReCuMplus an.


Publikationen

Publikationen der Arbeitsgruppe finden Sie unter pubmed.